Blue Cap Insights
„Wir stärken unser Portfolio für einen deutlich höheren Net Asset Value“
Die Blue Cap hat das Geschäftsjahr 2022 trotz schwieriger Rahmenbedingungen mit Rekordumsätzen und -ergebnissen abgeschlossen. Unser CEO Tobias Hoffmann-Becking erläutert, was das Erfolgsgeheimnis des Unternehmens ist, und warum die Blue Cap auch für das laufende Jahr zuversichtlich ist. Zudem erfahren Sie hier etwas über seine Einschätzung zum M&A-Markt.

Wir machen unsere Hausaufgaben für eine zukunftsgerichtete Organisation
Die Belastungen und Volatilitäten des vergangenen Jahres und in den vergangenen Monaten, denen große Teile der deutschen Wirtschaft und auch unsere Portfoliounternehmen ausgesetzt sind, haben klar aufgezeigt, wie wichtig es ist die Beteiligungen einerseits wetterfest gegen externe Faktoren zu machen und andererseits flexibel aufzustellen, um von Marktveränderungen zu profitieren. Entsprechend standen und stehen die operative Stärkung und Resilienz unserer Beteiligungen im Fokus des Managements. Da wir auch 2023 von anhaltenden Volatilitäten ausgehen, haben meine Vorstandskollegen und ich zahlreiche Initiativen in unseren Beteiligungen initiiert, die die Profitabilität stärken und die Strukturen effizienter machen sollen. Wir sind bei einigen Themen bereits mitten in der Umsetzung, um unsere Zukunftsfähigkeit weiter zu verbessern und zusätzliche Wachstumspotenziale zu generieren. Unsere Hausaufgaben für die Zukunft lauten:
1. Wir investieren in Wachstum: unsere Beteiligungen con-pearl, INHECO und Neschen werden dieses Jahr ihre Vertriebspräsenz in den USA ausbauen, um vor Ort neue Kunden zu generieren. HY-LINE, H+E und Transline konzentrieren sich auf neue Technologien, Kunden und Produkte.
2. Wir reduzieren Kosten: Effizienzprogramme werden die Personalkosten in der gesamten Gruppe reduzieren, Working Capital Maßnahmen stärken unseren Cashflow.
3. Wir erweitern Führungs- und Vertriebskompetenzen: in 7 von 9 Portfoliounternehmen wird es Änderungen in der ersten oder zweiten Managementebene geben.
Erst Portfoliostärkung, dann wieder Portfolioexpansion
Um diesen Maßnahmen ausreichend Management- und Finanz-Ressourcen einräumen zu können, werden wir bei Zukäufen wahrscheinlich erst wieder im nächsten Jahr Fahrt aufnehmen. Wir teilen die Meinung vieler Experten, dass der Mergers & Acquisition Markt im zweiten Halbjahr 2023 einen Aufschwung erfahren sollte. Nach dem sehr guten Jahr 2021 war der Dealflow in Deutschland 2022 rückläufig. Das betraf auch den für uns relevanten Markt von mittelgroßen Buy-Outs mit einem Eigenkapitalinvestment zwischen 15 und 150 Mio. Euro, in dem das Investitionsvolumen nach Angaben des ‚Bundesverbands Beteiligungskapital‘ um rund 30 % zurückging. Noch aussagekräftiger ist für uns die Entwicklung der Bewertungsmultiples. Denn hier sorgten der jüngste rapide Zinsanstieg und getrübte Konjunkturaussichten für Unsicherheiten. Die EBITDA-Multiples sind seit dem Höhepunkt 2020/21 rückläufig und bewegen sich eher wieder auf langfristigen Durchschnittswerten. Das betrifft auch unsere Fokussektoren Business Services und die Industrie. Seit Anfang 2023 zeichnet sich eine Stabilisierung des Marktes und ein Seitwärtstrend bei den Bewertungen ab. Dies macht Hoffnungen für eine Trendwende im zweiten Halbjahr und ist insbesondere auch eine bessere Basis für zukünftige Zukäufe auf angemessenen Bewertungsniveaus.


Mittelfristig halten wir an unserem Blue Cap-Werteversprechen fest und wollen den Net Asset Value unseres Portfolios über die genannten Maßnahmen zur Portfoliostärkung bis Ende 2025 auf 55 Euro steigern. Wir sind davon überzeugt, dass bei Erreichen dieses Ziels auch unser Aktienkurs parallel mitsteigen kann und sich insofern weiter interessante Wertsteigerungsmöglichkeiten für unsere Aktionärinnen und Aktionäre ergeben.
